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SUMMARY:Alles Fleisch - Theaterstück über die große Solidarität. (Letzte) 
 Aufführung der Berliner Compagnie
LOCATION:Haus Wasserburg\, Pallottistraße 2\, 56179 Vallendar
DESCRIPTION:Inszenieren\, proben\, aufführen in Zeiten von Corona\, geht d
 as?\nWir wagen es\, weil das Stück brandaktuell ist.\nEs geht um Massentie
 rhaltung.\n\nInnerhalb der Familie Schwarte prallen die Widersprüche aufei
 nander. Da ist Philipp\, der Chef eines Fleischkonzerns\, zum anderen Hein
 rich sein Bruder\, der Amtstierarzt\, der zwischen allen Stühlen sitzt. De
 ssen Frau Marianne engagiert sich im Weltladen für den globalen Süden. Die
  gemeinsame Tochter Lisa ist eine glühende Tierrechtlerin. Ihre Freundin H
 anna\, eine Linke\, prangert die Arbeitsverhältnisse im Schwarte-Konzern a
 n und versucht\, sich als Journalistin in der Lokalzeitung der kleinen Sta
 dt zu behaupten.\n\nMit Blick auf die Hygieneregeln inszeniert\, ist das S
 tück nicht nur ästhetisch ein spannendes Unterfangen.\n\nEs stellt unbeque
 me Fragen. Wie wirkt sich die Massentierhaltung aus? Auf den globalen Süde
 n\, auf unsere Umwelt? Welche Interessen\, welche Verstrickung und Vorteil
 snahme stehen einer Änderung der Verhältnisse entgegen? Was tun wir den Ti
 eren an und letztlich: Was kommt bei uns auf den Tisch? Im Mikrokosmos ein
 er deutschen Kleinstadt geht unser Stück diesen Fragen nach.\n\nZum politi
 schen Hintergrund …\nÜber 40% der jährlichen Weltgetreideernte\, 90% der w
 eltweiten Sojaernte und 40% der weltweit gefangenen Fische werden an Nutzt
 iere verfüttert\, von denen jährlich ca. 40 Milliarden geschlachtet werden
 . Unmengen von Getreide und Soja landen in den Futtertrögen eingepferchter
  Tiere statt auf den Tellern hungriger Menschen. Die globale Nutztierhaltu
 ng führt zu einem immensen Land- und Wasserverbrauch\, für Weiden und für 
 Futtermittel.\n\nDer Amazonas wird abgeholzt\, ein Drittel der globalen Ac
 kerfläche ist degradiert\; Indigene und Kleinbauern in Lateinamerika\, Asi
 en oder Afrika fliehen vor den Bulldozern und Killern in die Slums der Gro
 ßstädte. Die globale Nachfrage nach Futtermitteln treibt die Preise auf de
 n Agrarmärkten in die Höhe\, ca. 3\,5 Mio Menschen\, sterben jährlich an d
 en Folgen von Wasserverschmutzung und Wasserverknappung. Und das alles\, d
 amit wir in den reichen Industrieländern mehr Fleisch essen können – Ausdr
 uck einer imperialen Lebensweise des Nordens auf Kosten des Südens.\n\nDaz
 u kommt: Die Kleinbauern im Süden werden durch Fleischexporte aus den Indu
 strieländern geschädigt. Und Deutschland ist längst ein großer Fleischexpo
 rteur. Ca. 800 Mio Landwirbeltiere werden allein in Deutschland jährlich f
 ür die Fleischproduktion getötet.\n\nNicht zuletzt soll an die Qualen der 
 Tiere in der heutigen Massentierhaltung und -schlachtung erinnert werden. 
 Die industrielle Verwertung der Tiere folgt derselben Logik\, die den allj
 ährlichen Hungertod von Millionen Menschen ermöglicht in einer Welt\, in d
 er genug Nahrung da ist und kein einziger Mensch mehr hungers sterben bräu
 chte. Wenn Papst Franziskus sagt: „Diese Wirtschaft tötet“\, dann gilt das
  für all diese Opfer unseres Wirtschaftssystems.\n\nDer Philosoph Max Hork
 heimer hat unsere Gesellschaft mit einem Wolkenkratzer verglichen: Ganz ob
 en die Eigentümer\, die Finanzindustrie\, die sich bekämpfenden Manager\, 
 darunter die politischen\, militärischen und akademischen Eliten\, gefolgt
  von Handwerkern\, Proletariern und Kranken. Darunter das koloniale Massen
 elend\, das alle Begriffe übersteigt\, bis der Keller des Wolkenkratzers e
 rreicht wird: »Unterhalb der Räume\, in denen millionenweise die Kulis der
  Erde krepieren\, wäre dann das unbeschreibliche\, unausdenkliche Leiden d
 er Tiere\, die Tierhölle.“\n\n
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